Mietkaution Zinsen berechnen
Wenn man eine Wohnung mietet und eine Kaution hinterlegt, steht dem Mieter grundsätzlich nicht nur nach Auszug das Geld selbst zu, sondern auch die Zinsen, die darauf während der Mietzeit anfallen. Doch wie hoch sind diese Zinsen eigentlich, und wie kann man sie korrekt berechnen? Auf dieser Seite erfährt man alles Wichtige zur Zinsberechnung bei der Mietkaution - verständlich erklärt.
Die Kaution muss nach § 551 Abs. 3 BGB verzinst angelegt werden. Die Zinsen stehen dem Mieter zu
und erhöhen die Summe, die am Ende zurückzuzahlen ist. Der Überschlag rechnet mit Zinseszins,
weil die Erträge auf dem Kautionskonto verbleiben.
Sie brauchen es genau — taggenau, mit wechselnden Zinssätzen pro Jahr und einer Aufstellung für die
Kautionsabrechnung? Den vollständigen Rechner pflegen wir auf unserem Schwesterportal:
Zum vollständigen Zinsrechner auf mietkaution.org
Mietkaution-Zinsen überschlagen
Rechtlicher Rahmen: § 551 BGB
Laut § 551 Abs. 3 BGB ist der Vermieter verpflichtet, die Mietkaution zinsbringend anzulegen – und zwar zu dem Zinssatz, der für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblich ist. Das Geld muss außerdem von seinem eigenen Vermögen getrennt verwahrt werden.
Mieter und Vermieter können sich ebenfalls auf eine alternative Kautionsform wie ein Kautionsdepot einigen. Die Rendite der Anlage erhöht gleichzeitig die Kaution.
Welche Zinshöhe ist zu erwarten?
Seit der Finanzkrise lagen die Zinsen vieler Kautionskonten jahrelang nahe bei null. Doch durch den Zinsanstieg der Europäischen Zentralbank (EZB) 2023/2024 erhalten Banken wieder etwas höhere Sparzinsen – wenn auch sehr unterschiedlich.
Aktuell (Stand 2026) liegen typische Zinsen für Kautionssparbücher bei etwa 0,1 % bis 1,5 % p.a. – abhängig von Bank und Anlageform.
Beispielhafte Berechnung der Zinsen
Formel zur Zinsberechnung (vereinfachte Version):
Zinsen = Kautionsbetrag × Zinssatz × Mietdauer (in Jahren)
Beispiel:
- Kaution: 1.200 €
- Zinssatz: 1,0 % p.a.
- Mietdauer: 3 Jahre
Zinsen = 1.200 € × 0,01 × 3 = 36 €
Am Ende des Mietverhältnisses hat der Mieter also Anspruch auf: 1.200 € + 36 € = 1.236 €
Zinsen bei der Mietkaution - klein, aber rechtlich wichtig
Auch wenn die Beträge oft nicht riesig sind: Die Zinsen gehören dem Mieter und müssen nach Mietende zusammen mit der Kaution ausgezahlt werden. Vermieter sollten die gesetzlich vorgeschriebene Anlageform wählen - Mieter wiederum sollten sich über ihre Ansprüche im Klaren sein.
Entwicklung der Spareck-Zinsen: Mietkaution Zinssatz Tabelle
Die Tabelle der Zinsen veröffentlicht regelmäßig die Bundesbank, diese Tabelle wurde in der Vergangenheit oft als Referenzwert für die Verzinsung von Mietkautionen herangezogen.
Die Zinsen auf Einlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist haben sich in den Jahren seit 1976 bis heute volatil entwickelt:
Im Zinsrechner kann die Entwicklung der eigenen Mietsicherheit ebenfalls als zeitliches Diagramm erstellt werden. Hierzu schlicht die initiale Mietkaution eingeben, sowie die Dauer des Mietverhältnisses. Anschließend wird die Entwicklung der Kaution grafisch dargestellt.
Hier ein Beispiel für eine Mietsicherheit von 2.400€ über einen Zeitraum von 8 Jahren von 2017 bis 2025:
In dem Beispiel hat sich die Mietsicherheit nach Abzug der Steuern von 13,01€ um 49,33€ erhöht, die Berechnung erfolgte aus Basis des Spareckzins.
Betreibt seit 2010 unabhängige Informationsportale rund um die Mietkaution und wertet dafür laufend Bankkonditionen, Anbieterbedingungen und BGH-Rechtsprechung aus.
Veröffentlicht am 26. April 2025. Zuletzt geprüft und aktualisiert am 06. Mai 2026.
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